März 2026 – Hamburgs legendärste Meile wird 400! Was 1626 mit handgefertigten Schiffstauen der Reepschläger begann, ist heute ein weltberühmtes Symbol für Subkultur, Musik und urbanen Mythos: die Reeperbahn. Das ganze Jahr über feiert St. Pauli dieses Jubiläum mit einem Programm, das so bunt und vielschichtig ist wie der Kiez selbst – und der Lakritzkeller liegt natürlich mitten im Geschehen.
Von Seilen, Prügeleien und Pioniergeist: Die Ursprünge
Alles startete mit einer Verdrängung: 1626 mussten die Reepschläger, die für den Hamburger Hafen unentbehrliche Taue herstellten, ihren Arbeitsplatz innerhalb der Stadtmauern räumen. Sie zogen auf den damaligen „Hamburger Berg“ – ein kaum bebautes Gebiet zwischen Hamburg und Altona. Dort entstanden nicht nur ihre langen Seilbahnen, sondern auch die ersten Schankwirtschaften, Bordelle und multireligiösen Gemeinschaften. Eine Prügelei im Jahr 1734 sorgte übrigens für die erste Karte St. Paulis – ein historischer Zufall, der bis heute erzählt wird.
Was 2026 passiert: Ein Fest für alle Sinne
Das Jubiläumsjahr wird offiziell am 30. April auf dem Spielbudenplatz eröffnet – mit der „Reeperbahn Singsation“, bei der Bürgermeister Peter Tschentscher das Jubiläumsbier „Reep Royal“ ansticht und alle Gäste zum Mitsingen von Udo Lindenbergs „Reeperbahn“ eingeladen sind. Doch das ist erst der Anfang:
- Historische Touren & Vorträge: Die Historikerin Eva Decker führt durch vier Epochen St. Paulis – von den Reepschlägern bis zu den „Goldenen Zwanzigern“, als Schönheitstänzerinnen in den Varietés glänzten, während draußen die Straßen kämpften. Besonders spannend: die Frage „Was bleibt?“ – eine Reflexion über Verdrängung, Wandel und die Konstanten des Kiezes.
- Kunst & Kultur: Die Lüftungssäulen der S-Bahn-Station Reeperbahn werden von Künstlerin Anna Genger mit pinken Fliesen verziert, die Motive des Kiezes aufgreifen. Dazu gibt es die digitale Ausstellung „400 Faces of St. Pauli“ und das erste Panini-Sammelalbum für eine einzelne Straße – eine weltweite Premiere!
- Subkultur & Vielfalt: Touren wie „TransPauli“ oder „Reliquien der Reeperbahn“ beleuchten vergessene Geschichten – von Transsexuellen-Pionier:innen bis zu den Spuren der Beatles. Die Olivia-Jones-Familie bietet sogar 20 kostenlose Bildungs-Kieztouren für Schulen an.
- Musik & Events: Alle Bühnen des Viertels sind aufgerufen, dem Jubiläum Konzerte und Produktionen zu widmen. Highlights wie die „Hamburger Tauziehmeisterschaft“ auf dem Heiligengeistfeld oder Lesungen im St. Pauli Office runden das Programm ab.
Warum das für den Lakritzkeller spannend ist
Die Reeperbahn war schon immer ein Ort der Grenzgänge – zwischen Tradition und Rebellion, zwischen Handwerk und Hedonismus. Genau diese Mischung macht auch den Lakritzkeller aus: ein Ort, an dem Geschichte auf Gegenwart trifft, an dem Musik, Kunst und Gesellschaft sich begegnen. Ob ihr euch für die historischen Wurzeln des Kiezes interessiert oder einfach die lebendige Atmosphäre des Jubiläums genießen wollt – hier pulsiert St. Pauli wie selten zuvor.
Unser Tipp für März
- 01.03. & 15.03.: „Kirchen, Grenzen und Tumult“ – Vortrag und Rundgang mit Eva Decker zu St. Pauli im 17. und 18. Jahrhundert.
- Ab März: Entdeckt die „Reliquien der Reeperbahn“-Tour – ein „Museum ohne Mauern“, das vergessene Fundstücke im Kiez sichtbar macht.
- 30.04.: Eröffnungsshow auf dem Spielbudenplatz – wir sehen uns dort!
400 Jahre Reeperbahn – das ist nicht nur ein Geburtstag, sondern eine Einladung, den Kiez neu zu entdecken. Und wo könnte man das besser tun als im Herzen von St. Pauli – vielleicht mit einem Lakritz-Cocktail in der Hand?
Mehr Infos & Tickets:
400jahre-reeperbahn.de
St. Pauli Office
